Finally- Xiamen! Seitdem ich in China bin, wachte ich vor ca 30 Minuten das erste Mal in einem Bett auf, das zu keinem Freudenhaus gehört. Nein, Scherz. tatsächlich wollte ich den Satz (scheinbar bedeutungsgleich) folgendermaßen beenden: "[...] das gewissenermaßen mein eigenes ist." Und das ist ein geiles Gefühl- meine eigene Bude in Ostasien, und dazu noch in einem Ort, der vermutlich zum schönsten zählt, was man in China an urbanem finden kann. Aber der Reihe nach...
Zuerst muss ich erwähnen, dass man unterscheiden muss zwischen der Insel Xiamen und der südlichsten der 4-5 Städte auf eben dieser Insel (die Anzahl der Städte grob geschätzt, in dem Augenblick, da ich dies schreibe, steht mir kein Internet zur Verfügung- und wenn ich dann welches habe, werde ich ohnehin vergessen haben, dass ich noch was nachschauen muss...), die ebenfalls Xiamen heißt. Der Flughafen, auf dem ich landete, gehörte zur gesamten Insel. Im Augenblick meiner Ankunft fühlte sich Xiamen sofort gut an. Alles dort steht voller Palmen, die Luft roch beinahe okay ("beinahe" im übrigen nur, weil ich genau neben dem Flughafen stand, wie ich später feststellte) und selbst die Einheimischen schienen mich nicht ganz so kritisch anzuglotzen, wie es in Beijing und Hangzhou der Fall war.
Nun, dieses eher euphorische Gefühl hielt an, als ich mit dem Taxi in die Stadt Xiamen (ca 40 Autominuten vom Flughafen der Insel entfernt) gebracht wurde. Die Huandao Lu (In etwa: die "Die Insel umgreifende Straße") geht mit ihrem Namen Hand in Hand und zeigt mir mit der freien Pranke vermutlich konstant den Finger für die schlechte Metapher eben: sie führt einmal um die gesamte Insel, immer schön in Strandnähe, umsäumt von Palmen.
Nachdem ich also sieben Euro für die knappe Dreiviertel Stunde Taxifahrt bezahlt habe, stund ich auf dem Campus- vor eben jenen Wohnheimen, in denen ich hausen sollte und verstand plötzlich, weshalb ich keine Fotos von ihnen gefunden habe. Naja, es war nicht sooo schlimm, aber hat schon ein bisschen die Stimmung gedrückt. Als ich dann irgendwo hinging um mein wohlverdientes Einzelzimmer einzufordern und mich anzumelden, musste ich dann auch erfahren, dass ich ins räudigste der vielen Gebäude dort gesteckt wurde, in ein Zimmer mit 2 Betten. Da ich das Meer möglichst gut sehen wollte, wählte ich den 6. Stock, was mir in dem Augenblick etwas aufstieß, da ich feststellen musste, dass es keinen Lift gab. Ich hätte ihn vermutlich ohnehin nicht benutzt, aber ist doch schön, theoretisch die Möglichkeit zu haben, nicht jedes Mal die 6 Stockwerke nach oben klettern zu müssen. Als ich mein Zimmer betrat, musste ich außerdem feststellen, dass das Zimmer zwar wie angekündigt zum Meer hinausblickte (also prinzipiell Fenster in der entsprechenden Richtung besaß), aber leider ein Berg und ein Haus den Blick auf es versperrten. Aber schwamm drüber, das Zimmer war okay und es ist meins, zumindest solange, bis die Uni mir einen Mitbewohner schickt. Von dessen Natur wird ziemlich viel abhängen. Nun, zumindest was das Geschlecht angeht, weiß ich schon bescheid - Chinesen sind da sehr prüde.
Glücklicherweise traf ich unmittelbar nach meiner Ankunft einen anderen Deutschen, den ich in Beijing schon als einen weiteren Xiamen-Gänger kennengelernt hatte. René der Name. Der war nicht nur schon ein paar Tage im Wohnheim und hatte demnach Zeit sich einzufitzen, sondern konnte auch mit einem indonesischen Zimmergenossen aufwarten, der schon ganze 2 Monate hier ist, sehr gut chinesisch spricht und äußerst hilfsbereit ist. So bin ich die letzten Tage mit einer größtenteils indonesischen Clique rumgezogen und hab mir die Stadt und den Campus zeigen lassen.
Falls ich daran denke, hier Fotos hinzuzufügen, sobald ich Internet habe, diesen Blog zu veröffenlichen, sprechen sie für ja für sich, was die Gegend angeht- alles sehr hübsch muss ich sagen. Und das nicht nur an chinesischen Städten gemessen, sondern ganz allgemein am Rest der mir bekannten Welt.
Nachtrag vom 8. September:
Noch immer habe ich keinen Zimmergenossen. Wenn nächste Woche keiner kommt, habe ich vielleicht sogar das Riesenglück, ein Zimmer für mich alleine zu haben!
Also, gehabet euch wohl, wenn auch vermutlich nicht ganz so wohl, wie es mir gerade geht :)
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