Samstag, 27. Oktober 2007

Xiamen bebildert 2

So, die Zeit ist gekommen, um euch für die letzten doch etwas egomanischen Posts zu entschädigen. Ihr wollt ne Portion China und nicht mich :P
Drum also habe ich fleissig Fotos geschossen und nicht minder eifrig auch ältere Archive durchgestöbert um jetzt ein bisschen Bericht zu erstatten:

Zunächst ein paar Bilder aus dem 中山公园, dem Zhongshan Park. Ein sehr schöner Platz, um außerhalb des Campus etwas auszuspannen, etwa 15 Busminuten entfernt.
Begrüßt wird man von ein paar mürrisch dreinblickenden Fremdländern (wie überall hier) und einem Löwen, der auf ´nem Globus hockt. Wenn er sein rechtes Bein heben würde könnte er bequem auf Europa pissen, aber ich glaube, Großkatzen machen das nicht so... Die Bedeutung des Getiers (einschließlich des den unteren Teil der Erdkugel säumenden Raubvogelgeschwaders) bleibt mir schleierhaft- China ist zwar relativ weit nach oben gedreht, aber das kann ja nicht alles sein, oder? Ich warte auf Interpretationsvorschläge.
Desweiteren gibt es zu bestaunen einen Drachen aus Topfpflanzen. Naja, hübsch bunt und ziemlich groß und ein Drache eben- sieht man bei uns ja nicht so oft...

Es gibt noch einen kleinen Zoo (ohne Löwen und Drachen allerdings- Topfpflanzen findet man schon ein paar) und nen winzigenVergnügungspark für Kinder. Außerdem ist der Park von Kanälen durchzogen, die man nicht nur auf zahlreichen Brücken überqueren, sondern auch mit Booten durchfahren kann. Mein Lieblingsplätzchen dort sei noch kurz gezeigt. Es handelt sich um einen sehr ruhigen Ort etwas abseits des anderen Parkgedrängels. Rechts sehen wir die Vorderansicht, zur linken den Ausblick von oben (man kann über ein paar verschlungene Treppen nach oben laufen, wo man dann adrette Steintische und -stühle zum entspannen findet).










Zu guter letzt noch ein Schnappschuss vom Gelben Kaiser- der hält sich nämlich hin und wieder auch im Zhongshan -Park auf!So, ein paar Bilder vom Botanischen Garten, wie angekündigt. Dort ist es eigentlich noch hübscher- leider hat es fast den ganzen Tag geregnet, als wir dort waren...
Rechts sehen wir 2 frisch vermählte Chinesinnen beim traditionellen Stangenkampf. Bei dieser einzigen ausschließlich Frauen vorbehaltenen Kampfsportart muss sich eine Kontrahentin (die linke Person im Bild) mit dem Rücken zur anderen stehend gegen deren abwärts und von links geführte Schläge verteidigen. Wenn sie es schafft, quasi "blind" einen Treffer zu landen, werden die Positionen getauscht. Ziel des Spiels ist es, den Strohhut des Gegners auf den Stein in der Mitte zu befördern. Es mag nicht so aussehen, aber die benutzten Kampfstäbe wiegen gute 6-7 Kilogramm!
Ein angenehmer Nebeneffekt: überflüssiges Laub wird von den Bäumen geholt...
Desweiteren gab es inmitten eines schönen Waldes auf einem Berg einen kleinen Altar zu bewundern. Hier sehen wir eine stilsierte Darstellung von Hitler (deutlich erkennbar am Swastika in der Mitte), Dschingis Khan und Katharina der Großen vor ihrem Gefolge buddhistischer Heiliger oder auch daoistischer Unsterblicher.
Inmitten der für diese Region eher tyischen Gewächse fand sich sogar ein Kaktushain... MIT Kamel (das unten)! Links unten die Kakteen. Ziemlich große sogar! Links daneben stehend ein ungefähres Metermaß zum Größenvergleich...

So, auch mir bleibt irgendwann die Spucke weg, darum im folgenden ein paar unkommentierte Bilder...



(Ja, die gibt es nur hier- mal gut, dass ich das Foto reingestellt habe!)

Folgendes Bild entstand schon nicht mehr im botanischen Garten, sondern im euch inzwischen wohlbekannten Nanputuo-Tempel (da wo die Chinesen den Schildkröten lustige Botschaften auf die Rückenpanzer kleben). Ich fand die Kräne so hübsch...

Im folgenden zu bewundern: Cai, mein Mitbewohner und seine chinesische Freundin Xuwen in eben jenem noblen Restaurant, von dem früher schonmal die Rede war (auch Fotos gab es schon- riesiger runder Tisch, größtenteils von Südkoreanern besetzt, edles Gedeck etc...).

Im folgenden ein wenig von der Xiamen südlich vorgelagerten Insel Gulangyu, auf der ich inzwischen zweimal war. Ich muss sagen, nach alledem, was ich über sie schon gehört habe, war es ein wenig enttäuschend, dort zu sein! Es heißt, Gulangyu stünde ganz im Zeichen der klassischen Klaviermusik- entweder ein oder sogar mehrere gerühmte Klavierspieler Chinas kommen hierher. Man könne überall Beethoven und Mozart spielen hören, hieß es weiter, und man könne sich vor lauter Notenblattverkäufern kaum retten...
Naja, die traurige Realität war, dass man nur in unmittelbarer Nähe des Strandes tatsächlich Klaviermusik hören konnte- aus ziemlich mickrigen Lautsprechern mit erstaunlich schlechter Akkustik. Wenn man in Richtung Inselmitte geht, ist wieder alles normal- genau wie an jedem anderen Ort Chinas also, an dem zu viele Ausländer herumstolpern- aller 2 Schritte wird man von irgendeinem Verkäufer bedrängt, zu überteuerten Preisen irgendwelchen Mist zu kaufen. Im Falle Gulangyus keine Notenblätter- nein: Fisch und anderes Meeresgezücht in allen erdenklichen Varianten... noch lebend, frisch abgetötet, getrocknet, gesalzen und und und...
Man sollte es nicht denken, beim scheinbaren Stand der Fischindustrie hier- aber ich vermute einfach mal, dass das rechts oben zu sehende Brett nicht das übliche Modell der Flotte hier ist. Ich fand es trotzdem bemerkenswert, dass so etwas noch existiert!
Naja, es scheint gereicht zu haben, um ausreichend Gekröse für eine Art botanischen Garten für Wasserfauna zusammenzuhaschen. Sagt man da Aquarium? Mein Deutsch lässt mich grad ein bisschen im Stich, verzeiht. Jedenfalls gibt es an jenem Ort allerlei Getier zu bestaunen, unter anderem wieder den berüchtigten von mir schlicht Oma-Fisch genannten "Arapaima Gigas"- ein wahrhaft ekliges Biest! Das sowas im Süßwasser möglich ist, bäh (Fotos gibts schon im Post zum Zoo in Beijing denke ich)! Die große Attraktion der Einrichtung: MENSCHENFRESSERFISCHE! (direkt ins deutsche übertragen) :o) Jaja, die wissen, wie man Leute anlockt. Aber schön zu wissen, dass es nicht nur in unseren Kindergärten urbaner Mythos ist, Piranhas würden den unvorsichtigen Bader in Sekundenschnelle skelettieren.

So, zu guter Letzt noch Bilder von dem Ort, an dem man Klavier spielen kann und im Anschluss eine kurze Schilderung eines Streiches, den ich mir dort erlaubt habe. Rechts ist das mehrgeschossige Gebäude zu sehen- alle die Türen führen zu jeweils einer Kammer mit größtenteils Klavieren, aber auch Cembalos, Kontrabässen und traditionell chinesischem Brennmaterial. Dabei ist der hier zu sehende Bereich den chinesischen Musikstudenten vorbehalten- merkt man daran, dass die Klaviere auch gestimmt werden. Der den Ausländern und nicht Musik Studierenden zugedachte Abschnitt ist rechts unten zu bestaunen!
Witzig auch links unten das erste scheinbare Zeugnis chinesischen Humors, dass ich entdecken konnte... Aber irgendwas lässt mich vermuten, dass dies kein selbstironisches Portrait, kein überspitztes Gleichnis für die Muikalische Fakultät der Uni ist, wie ich es mir zurecht phantasiere. Unten noch ein-zwei Bilder vom Arbeitsplatz an sich, dann habe ich langsam keine Lust mehr...
Die Klaviere, dass muss ich (auch aus layouttechnischen Gründen - es fehlt noch etwas Text, um die nächsten Bilder zu bringen) noch erwähnen, sind auch im Ausländer-Teil nicht so schlecht, werden offenbar auch regelmäßig gestimmt! Blöd ist nur, dass man mit dem Instrument in einem so kleinen Raum (ohne Schallabsorber an den Wänden, orientalische Wandteppiche oder so) eingesperrt ist- selbst bei geöffnetem Fenster hat man erheblich mit Hall und schlicht Lautstärke zu kämpfen. Aber das ist ein logistisches Problem und man muss es wohl in Kauf nehmen! So, genug Platz geschnorrt:

Der Raum
Der Arbeitsplatz

Tja und schließlich der angekündigte Streich, geschmückt mit ein paar Bildern eines musikalischen Schmetterlings, der in eben jenem Gebäude aufmerksam dem Geklimper lauschte und sich aus ca 1 cm Entfernung ablichten ließ.

Äh, doch nicht der Streich, hab keinen Bock mehr! Aber hier noch die Bilder:

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hey sehr schoene bilder!

Anonym hat gesagt…

mein Gott, ist das spannend, deine Fortsetzungsgeschichte zu lesen. Ich hoffe für dich, daß dein angekündigter Streich auch ein echter Brüller ist. Andernfalls seien hier schon schon Sanktionen angekündigt. Dein übriges Geseusel hört sich ganz entsapnnt an, das sit schön ud weckt die Sehnsucht nach ähnlicher Zerstreung im Reich der Mitte.

Flo hat gesagt…

Ja der Streich ist an sich schon der Hammer gewesen. Keine Angst.

Und sag, könnt ihr die Bilder sehen oder nicht?