Ich bin nun nicht mehr irgendein x-beliebiger Europäer, dessen Namen hier sowieso niemand aussprechen kann ("fu-lo-li-an") - nein, ich habe nunmehr einen chinesischen Namen.
Nun muss ich dazu sagen, dass man seinen chinesischen Namen nicht einfach zugeteilt bekommt, sondern tatsächlich völlig frei wählen kann!
Es ist Usus, sich meist in Zusammenarbeit mit einem chinesischen Freund zu überlegen- nun, wie lasse ich mich am treffendsten attributieren? Welches Tier finde ich am coolsten? Was klingt schön? Was ist an mir besonders und macht mich so total einzigartig (abgesehen von den Flechten im Schritt)? - Und dabei kommen dann so Sachen wie "Schlafender Lotus", "Wachsamer Tiger-Drache", "Strahlende Erscheinung Reinheit", "Sommer-Schnee", "Ehrwürdiger Bergglanz" und ähnlich kitschiger Ramsch raus. Bei kürzeren Namen und solchen mit wenig Konsonantenakkumulation findet man auch chinesische Namen, die dem Original schlicht sehr ähnlich klingen.
Nun, lange Rede kurzer Sinn- ihr könnt euch schon denken, dass ich da nicht mitmache! Euch sei hiermit mein zweiter Name mitgeteilt, mein chinesisches alter ego gewissenermaßen:
王黄瓜。
Ausgesprochen: Wang Huang-gua.
Am poetischsten klingt er wohl in seiner Englischen Entsprechung: King Cucumber.
Die deutsche Übersetzung: König Gurke.
Ich hoffe sehr, dass ich mal deutscher Botschafter in China werde!
Und noch was fürs Auge:
Ich habe jüngst eine Radtour mit einem indonesischen Freund unternommen. Dabei bot sich der ein oder andere festhaltenswerte Anblick.
Im Bild zur Rechten zeigt sich China von seiner wohl charmantesten Seite: dieses riesige Schild ist so aufgestellt und proportioniert, dass man es vom ca 20 km entfernten Taiwan aus les
Zur linken sieht man die Chinesen fleißig werkeln- da wird im Hinblick auf Olympia ein Stadion gebaut...
Wendet ihr den Blick wiederum nach rechts, so werdet ihr ein Stück Kunst am Strand erblicken- glaubt´s oder glaubt´s nicht- es ist kein Spiegel.
So und zu guter Letzt noch 2 Bilder, die ich schlicht aufgenommen habe, weil wir da grad zu Fuss unterwegs waren und ich den Fotoapparat so ohne weiteres zücken konnte:
Das Obere zeigt deutlich auf, dass auch Chinesen sowas wie Humor besitzen: Jene Skulptur ist in unmittelbarer Nähe des an Taiwan adressierten Schildes aufgestellt (tatsächlich ist der Landstreifen im Bildhintergrund auch jene abtrünnige Provinz). Das Untere zeigt wieder einmal die inzwischen wohl altbekannte Verbindungsbrücke zwischen Campus und Strand.
