Samstag, 27. Oktober 2007

Xiamen bebildert 2

So, die Zeit ist gekommen, um euch für die letzten doch etwas egomanischen Posts zu entschädigen. Ihr wollt ne Portion China und nicht mich :P
Drum also habe ich fleissig Fotos geschossen und nicht minder eifrig auch ältere Archive durchgestöbert um jetzt ein bisschen Bericht zu erstatten:

Zunächst ein paar Bilder aus dem 中山公园, dem Zhongshan Park. Ein sehr schöner Platz, um außerhalb des Campus etwas auszuspannen, etwa 15 Busminuten entfernt.
Begrüßt wird man von ein paar mürrisch dreinblickenden Fremdländern (wie überall hier) und einem Löwen, der auf ´nem Globus hockt. Wenn er sein rechtes Bein heben würde könnte er bequem auf Europa pissen, aber ich glaube, Großkatzen machen das nicht so... Die Bedeutung des Getiers (einschließlich des den unteren Teil der Erdkugel säumenden Raubvogelgeschwaders) bleibt mir schleierhaft- China ist zwar relativ weit nach oben gedreht, aber das kann ja nicht alles sein, oder? Ich warte auf Interpretationsvorschläge.
Desweiteren gibt es zu bestaunen einen Drachen aus Topfpflanzen. Naja, hübsch bunt und ziemlich groß und ein Drache eben- sieht man bei uns ja nicht so oft...

Es gibt noch einen kleinen Zoo (ohne Löwen und Drachen allerdings- Topfpflanzen findet man schon ein paar) und nen winzigenVergnügungspark für Kinder. Außerdem ist der Park von Kanälen durchzogen, die man nicht nur auf zahlreichen Brücken überqueren, sondern auch mit Booten durchfahren kann. Mein Lieblingsplätzchen dort sei noch kurz gezeigt. Es handelt sich um einen sehr ruhigen Ort etwas abseits des anderen Parkgedrängels. Rechts sehen wir die Vorderansicht, zur linken den Ausblick von oben (man kann über ein paar verschlungene Treppen nach oben laufen, wo man dann adrette Steintische und -stühle zum entspannen findet).










Zu guter letzt noch ein Schnappschuss vom Gelben Kaiser- der hält sich nämlich hin und wieder auch im Zhongshan -Park auf!So, ein paar Bilder vom Botanischen Garten, wie angekündigt. Dort ist es eigentlich noch hübscher- leider hat es fast den ganzen Tag geregnet, als wir dort waren...
Rechts sehen wir 2 frisch vermählte Chinesinnen beim traditionellen Stangenkampf. Bei dieser einzigen ausschließlich Frauen vorbehaltenen Kampfsportart muss sich eine Kontrahentin (die linke Person im Bild) mit dem Rücken zur anderen stehend gegen deren abwärts und von links geführte Schläge verteidigen. Wenn sie es schafft, quasi "blind" einen Treffer zu landen, werden die Positionen getauscht. Ziel des Spiels ist es, den Strohhut des Gegners auf den Stein in der Mitte zu befördern. Es mag nicht so aussehen, aber die benutzten Kampfstäbe wiegen gute 6-7 Kilogramm!
Ein angenehmer Nebeneffekt: überflüssiges Laub wird von den Bäumen geholt...
Desweiteren gab es inmitten eines schönen Waldes auf einem Berg einen kleinen Altar zu bewundern. Hier sehen wir eine stilsierte Darstellung von Hitler (deutlich erkennbar am Swastika in der Mitte), Dschingis Khan und Katharina der Großen vor ihrem Gefolge buddhistischer Heiliger oder auch daoistischer Unsterblicher.
Inmitten der für diese Region eher tyischen Gewächse fand sich sogar ein Kaktushain... MIT Kamel (das unten)! Links unten die Kakteen. Ziemlich große sogar! Links daneben stehend ein ungefähres Metermaß zum Größenvergleich...

So, auch mir bleibt irgendwann die Spucke weg, darum im folgenden ein paar unkommentierte Bilder...



(Ja, die gibt es nur hier- mal gut, dass ich das Foto reingestellt habe!)

Folgendes Bild entstand schon nicht mehr im botanischen Garten, sondern im euch inzwischen wohlbekannten Nanputuo-Tempel (da wo die Chinesen den Schildkröten lustige Botschaften auf die Rückenpanzer kleben). Ich fand die Kräne so hübsch...

Im folgenden zu bewundern: Cai, mein Mitbewohner und seine chinesische Freundin Xuwen in eben jenem noblen Restaurant, von dem früher schonmal die Rede war (auch Fotos gab es schon- riesiger runder Tisch, größtenteils von Südkoreanern besetzt, edles Gedeck etc...).

Im folgenden ein wenig von der Xiamen südlich vorgelagerten Insel Gulangyu, auf der ich inzwischen zweimal war. Ich muss sagen, nach alledem, was ich über sie schon gehört habe, war es ein wenig enttäuschend, dort zu sein! Es heißt, Gulangyu stünde ganz im Zeichen der klassischen Klaviermusik- entweder ein oder sogar mehrere gerühmte Klavierspieler Chinas kommen hierher. Man könne überall Beethoven und Mozart spielen hören, hieß es weiter, und man könne sich vor lauter Notenblattverkäufern kaum retten...
Naja, die traurige Realität war, dass man nur in unmittelbarer Nähe des Strandes tatsächlich Klaviermusik hören konnte- aus ziemlich mickrigen Lautsprechern mit erstaunlich schlechter Akkustik. Wenn man in Richtung Inselmitte geht, ist wieder alles normal- genau wie an jedem anderen Ort Chinas also, an dem zu viele Ausländer herumstolpern- aller 2 Schritte wird man von irgendeinem Verkäufer bedrängt, zu überteuerten Preisen irgendwelchen Mist zu kaufen. Im Falle Gulangyus keine Notenblätter- nein: Fisch und anderes Meeresgezücht in allen erdenklichen Varianten... noch lebend, frisch abgetötet, getrocknet, gesalzen und und und...
Man sollte es nicht denken, beim scheinbaren Stand der Fischindustrie hier- aber ich vermute einfach mal, dass das rechts oben zu sehende Brett nicht das übliche Modell der Flotte hier ist. Ich fand es trotzdem bemerkenswert, dass so etwas noch existiert!
Naja, es scheint gereicht zu haben, um ausreichend Gekröse für eine Art botanischen Garten für Wasserfauna zusammenzuhaschen. Sagt man da Aquarium? Mein Deutsch lässt mich grad ein bisschen im Stich, verzeiht. Jedenfalls gibt es an jenem Ort allerlei Getier zu bestaunen, unter anderem wieder den berüchtigten von mir schlicht Oma-Fisch genannten "Arapaima Gigas"- ein wahrhaft ekliges Biest! Das sowas im Süßwasser möglich ist, bäh (Fotos gibts schon im Post zum Zoo in Beijing denke ich)! Die große Attraktion der Einrichtung: MENSCHENFRESSERFISCHE! (direkt ins deutsche übertragen) :o) Jaja, die wissen, wie man Leute anlockt. Aber schön zu wissen, dass es nicht nur in unseren Kindergärten urbaner Mythos ist, Piranhas würden den unvorsichtigen Bader in Sekundenschnelle skelettieren.

So, zu guter Letzt noch Bilder von dem Ort, an dem man Klavier spielen kann und im Anschluss eine kurze Schilderung eines Streiches, den ich mir dort erlaubt habe. Rechts ist das mehrgeschossige Gebäude zu sehen- alle die Türen führen zu jeweils einer Kammer mit größtenteils Klavieren, aber auch Cembalos, Kontrabässen und traditionell chinesischem Brennmaterial. Dabei ist der hier zu sehende Bereich den chinesischen Musikstudenten vorbehalten- merkt man daran, dass die Klaviere auch gestimmt werden. Der den Ausländern und nicht Musik Studierenden zugedachte Abschnitt ist rechts unten zu bestaunen!
Witzig auch links unten das erste scheinbare Zeugnis chinesischen Humors, dass ich entdecken konnte... Aber irgendwas lässt mich vermuten, dass dies kein selbstironisches Portrait, kein überspitztes Gleichnis für die Muikalische Fakultät der Uni ist, wie ich es mir zurecht phantasiere. Unten noch ein-zwei Bilder vom Arbeitsplatz an sich, dann habe ich langsam keine Lust mehr...
Die Klaviere, dass muss ich (auch aus layouttechnischen Gründen - es fehlt noch etwas Text, um die nächsten Bilder zu bringen) noch erwähnen, sind auch im Ausländer-Teil nicht so schlecht, werden offenbar auch regelmäßig gestimmt! Blöd ist nur, dass man mit dem Instrument in einem so kleinen Raum (ohne Schallabsorber an den Wänden, orientalische Wandteppiche oder so) eingesperrt ist- selbst bei geöffnetem Fenster hat man erheblich mit Hall und schlicht Lautstärke zu kämpfen. Aber das ist ein logistisches Problem und man muss es wohl in Kauf nehmen! So, genug Platz geschnorrt:

Der Raum
Der Arbeitsplatz

Tja und schließlich der angekündigte Streich, geschmückt mit ein paar Bildern eines musikalischen Schmetterlings, der in eben jenem Gebäude aufmerksam dem Geklimper lauschte und sich aus ca 1 cm Entfernung ablichten ließ.

Äh, doch nicht der Streich, hab keinen Bock mehr! Aber hier noch die Bilder:

Dienstag, 16. Oktober 2007

Fehler

Ein großer Eintrag mit vielen Bildern steht unmittelbar bevor, aber leider gibt es grad ein Blogger-internes Problem mit dem Upload von Fotos...

Also geduldet euch noch ein wenig :)

Sonntag, 14. Oktober 2007

Zwischenbemerkung

Bevor ich nicht ein paar ordentliche Fotos zum Publizieren habe, traue ich mich kaum, etwas zu berichten...

Darum also nur: Mir ist klar, dass der Besucherzähler hier um fast 3-stellige Beträge pro Tag ansteigen würde, wenn es einen gäbe, aber soviel ihr auf diesem Wege auch von mir hört- ich muss mich mal beschweren, dass ich hier so gut wie gar nichts von euch mitbekomme! Damit ich nicht an Vereinsamung oder passivem ADS sterbe, bitte ich euch also- meldet euch mal, ihr Hunde (letzes Wort sollen bitte nur gute Freunde beachten)! Wenn ihr hier was lest, schreibt einfach, was ihr dazu denkt und auch über Emails freue ich mich unwahrscheinlich! Derzeit besteht mein gefühlter Freundes- und Bekanntenkreis (China-Internes außer Acht gelassen) aus ungefähr 5 Leuten (davon sind 3 selbst auf Weltreise und haben nicht jeden Tag gemütlich Internet zu Hause!).
Ja, habt ruhig ein schlechtes Gewissen...

So, welche Themen demnächst (überall Fotos, teils auch schriftlich) abgehandelt werden:
- Xiamens Zhongshan Park
- Xiamens Botanischer Garten (der ECHT nicht schlecht ist!)
- das viel zu zeitige Ableben des Luciano Pavarotti
- "Klavierkampf" oder "Selbstbefriedigung auf höchstem (mir bekannten) Niveau"

Dritteres war ein Scherz, den zu reißen ich mir erlaubt habe- damit auch die Freunde des makaberen Humors nicht zu kurz kommen...

Bis in Bälde (gleich geht´s zum Tischtennis :)

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Das Land, wo die Sonne zwar etwas später aufgeht als in Japan, aber immerhin!

So, es scheint alles wieder im Lot!
Scheinbar funktioniert hier einfach alles ein bisschen anders als bei uns. Habe ich zwar schon oft genug gehört, aber vermutlich muss man das am eigenen Leibe spüren, um es wirklich zu begreifen...
Ich bin, die absolute Unmöglichkeit des Vorhabens, als Ausländer mit Chinesen Tischtennis spielen zu wollen ignorierend, noch gestern einfach mal zu einem Kurs gegangen und habe gesehen, warum es tatsächlich problematisch werden hätte können: es handelt sich um Semiare mit festen Teilnehmerlisten, Anwesenheitskontrolle und sogar Prüfungsterminen- ich glaube die chinesischen Studenten sind verpflichtet, soundso viel Sport in der Woche abzuleisten.
Wie auch immer, ich habe die Lehrerin (Frau Chen) angehauen, ob ich denn mal probieren und mitspielen könne- war kein Problem. Da dieses Semester nur Beginnerkurse gehalten werden und ich ja schon ne Weile spiele, hat die Lehrerin mir sogar die Ehre erteilt, ihre Schüler und pädagogische Pflicht zu vernachlässigen und sich mit mir einzuspielen! Anschließend hat sie mir ein paar Zeiten genannt, an denen sie in anderen Kursen ein paar gute Spieler hat.
Die habe ich heute mal ausprobiert und tatsächlich ein paar sehr gute Spieler gefunden, die sich darum gerissen haben, mit dem Ausländer an einem Tisch zu stehen!
Wenn ich euch auch mit Details langweile- das soll mir jetzt einerlei sein- eine extrem befriedigende Sache muss ich diesbezüglich noch berichten:
Als ich das zum zweiten der heutigen Kurse gegangen bin und gerade die Turnhalle betreten wollte, hat sich doch tatsächlich diejenige Dame (eine Putzkraft, wie ich in diesem Augenblick merkte) vor mir aufgebaut, die mir gestern als Letzte falsche Zeit und Lehrer genannt hat und dann einfach weggegangen ist.Mit triumphierendem Lächeln tat sie ihren Spruch: "Entschuldigung, jetzt ist Unterricht!"
Nun, ich habe ihr freundlich zugenickt, bin an ihr vorbei zur mir inzwischen wohlbekannten Lehrerin Chen geschlendert, habe mir von ihr den besten Spieler unter ihren Schülern zuteiln lassen und das Training begonnen.
DAS war echt mal ungemein befriedigend. Leider habe ich zuviel Pietät gehabt, mich nochmal zu der xenophoben Reinigungskraft umzudrehen- die Fresse hätte ich echt GERNE gesehen!

So, nun aber Schluss mit Ping-Pong, versprochen!

Ein befreundeter Amerikaner hat mich heute auf die Musikfakultät geführt, wo man gegen Abgabe der Studentenkarte kostenlos Klavier spielen kann. Dort gibt es ein sehr obskures, extrem verwinkeltes Gebäude mit sehr sehr vielen kleinen Klavierkabinen. Es war echt schön, mal wieder in die Tasten zu hauen und es ist gut zu wissen, dass ich das beliebig oft wiederholen kann!

So, ich war ein bisschen faul in letzter Zeit, was das fotographieren angeht, aber ich verspreche, demnächst gibt es mal wieder was fürs Auge!
Hier zum Anfüttern ein Bild aus dem wirklich sehr hübschen botanischen Garten Xiamens.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

MAO STINKT NACH FISCH

Zartbesaitete lassen diesen Post besser aus. Wird auch stilmäßig nicht so viel zu bieten haben, ich lasse hier einfach nur Wut ab.

Ey ich bin echt sackig, aber sowas von!
So ein penetrantes Volk von xenophoben Homophilen! Ey wie dreist die alle sind. Eine Welt, in der solche Völker einfach so existieren dürfen, ohne ständig in die Fresse zu kriegen, KANN gar nicht besser sein als eine von beispielsweise Hitler zentral regierte!

Es trug sich nun folgendes zu: Ich stecke grad in einem mittlerem Stimmungstief und da wollte ich mir ne Freude machen: einen guten Tischtennisschläger kaufen und mal ein bisschen mit Chinesen zocken. Nun, einen Schläger zum selbst zusammen kleben zu finden war gar nicht so einfach aber ich habe mich ein wenig umgehört und bin heute mit dem Bus in die Stadt zu einer Gegend mit recht vielen gut ausgestatteten Sportgeschäften gefahren. Nun, nach ein-zwei Stunden genüsslichen Rumschauens hatte ich schließlich mein Equipment beisammen- alles in allem 78 Euro hab ich da gelassen. Aber oft hilft es ja gegen schlechte Laune, etwas Tolles zu kaufen.
Naja, jedenfalls bin ich voller Vorfreude zurück zu meinem Wohnheim gefahren, habe mich umgezogen und bin zur Sporthalle, hab eine Frau nach Tischtennis gefragt:
"Oh, es tut mir leid, aber du ausländischer Student kannst nicht mit den Chinesischen Studenten zusammen spielen." !!!!!!!!!! Und das, ohne mich anzuschauen!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diese Penner, diese unglaublichen Penner. Naja, ich bin dann in ein anderes Büro, habe mir Zeit und Lehrer des nächsten Tischtennis-Kurses geben lassen, bin zurück zur Turnhalle, hab die gleiche Frau wie beim ersten Mal gefragt, wo der entsprechende Lehrer sein Zimmer hat.
"Weiß nicht." Wieder ohne mich überhaupt anzuschauen!!!!!!!!!!!!!!
BOAH! BOAH!
Naja, dann habe ich noch eine weitere Dame gefragt, wie es denn aussähe mit Tischtennis spielen. Die nennt mir, ebenfalls ohne mich anzuschauen, eine andere Zeit und einen anderen Lehrer. Als ich nachhake, warum mir die andere Bürotante andere Daten gegeben hat, dreht sich die Tussi einfach um und geht weg. Ich gehe noch ein bisschen hinterher, weil ich denke, sie will mir vllt etwas zeigen oder so, aber dem war nicht so!
Ey renne ich rum und schlachte die chinesischen Kinder auf der Straße dahin, weil sie mir unsympathisch sind???? NEIN! Und warum? Aus Pietät!
Lassen die mir einfach mal die Freude, meinen frisch gekauften Schläger auszuprobieren und ein bisschen trübe Stimmung loszuwerden? AUCH NEIN!!! Und warum? Weil es allesamt pietätlose, stinkende, gleichgeschaltete, Mao-geile, gedankenlose, unsympathische, inzestöse, korrupte gelbe Säcke sind.
RICHTIG! Korrupt! Ich werde nachher, wenn das Training beginnt, hingehen und dem Lehrer mit einem 10-Yuan- Schein vor der Nase herumwedeln.
Ich hoffe dass er, wenn er mich nicht reinlässt, wenigstens zu Tode gekränkt ist und Seppuku begeht. Oder waren das die anderen Schlitzaugen?

Egal, verrecken sollen alle! Ich hoffe ehrlich und aus tiefstem Herzen, dass, sobald ich wieder friedlich in Deutschland sitze und Braten mit Rotkraut und Knödeln fresse, die Amis oder sonstwer Bomben auf sämtliche Kindergärten und Krankenhäuser hier werfen! Am besten aber das ganze Land hochjagen, dann kann ich auch was besonderes, wenn ich fertig studiert habe, nicht nur schlechter chinesisch sprechen, als ein Fünftel der Weltbevölkerung!

Mao stinkt, hört ihr mich? Vermutlich ist es seine hässliche Kinnwarze, aber da bin ich mir nicht sicher. Vielleicht kommt das auch einfach von der Inzucht...
Ich habe das noch nie gemacht, aber ich gehe jetzt viele viele Sachen mit Schokolade und Creme kaufen und stopfe alles in mich hinein, bis alles wieder gut ist!

你滚把!

Nachtrag von 10 Minuten später:
HA! 1 Kilogramm Schokotörtchen und 2 Packen Salzgebäck für insgesamt 2,90 Euro!
Schön, dass die Ärsche wenigstens so bettelarm sind!
Recht oben im Bild zu sehen mein brandneuer Tischtennisschläger in seiner brandneuen Tischtennisschlägerumhüllung :..(

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Ein Indonesier berichtet...

Es sei mir ein Eintrag gestattet, der nicht unmittelbar etwas mit China zu tun hat.
Ich saß jüngst am Strand und hinzu kam Adi, einer meiner indonesischen Freunde.
Wir sprachen ein bisschen und kamen schließlich auf seine Heimat zu sprechen. Und was er da erzählte, hat mich genug beeindruckt, um ihm einen eigenen Post zu widmen.

Wenn auch nur die Hälfte von dem, was er da erzählt hat, wahr ist, dann lebe ich hier in Xiamen eigentlich auf der westlichen Hemisphäre... und Deutschland, so blöd ich es auch teilweise dort finden mag, ist irgendein abgefahrenes Schlaraffenland!

Aufstände

Adi Großvater ist Chinese und ist nach Indonesien gegangen- in irgendeinen Teil Jahartas, der Hauptstadt. Nun, die Familie hat es geschafft, Fuss zu fassen, haben ein Haus bauen können und eine Autowerkstatt aufgemacht, die einen Wohlstand brachte, der es beispielsweise erlaubte, den Sohn (Adi) nach Singapur auf die Schule zu schicken oder einen Teich anzulegen und mit ca Einhundert Kois zu füllen.
In der Zeitung steht nun eines Tages, dass es muslimische Aufstände gegen die chinesischen Einwanderer gäbe. Die Familie (Großvater Chinese, wir erinnern uns) flüchtet sich zu einem (muslimischen) Nachbarn und sieht mit an, wie ihr Haus samt Werkstatt von Polizei und Armee vollkommen ausgeplündert und anschließend angezündet wird. Es ist nicht abgebrannt.
Zahlreiche Freunde des Vaters hatten nicht dieses Glück- die wurden kurzerhand erschossen!
Nun, Adis Vater schaffte einen Neuanfang, war nun Motorradverkäufer. Ein zweiter "Aufstand", die Familie las es vorher in der Zeitung, konnte sich flüchten, bevor Polizei und Armee anrückten. Nun musste Adi auch aus Singapur zurück kommen, die Familie war pleite.
Die "Aufständischen" hatten nicht einmal die Mühe gescheut, jeden Koi einzeln aus dem Teich auf eine Wiese zu verfrachten und dort verrecken zu lassen!
Nun, jetzt studiert Adi in China, wo Lebenshaltungskosten denen in Jaharta etwa entsprechen, der Vater ist Gehilfe eines Akkupunkteurs, wenn ich mich recht besinne- und dass scheint der Regierung ein angemessener Beruf für einen Halbchinesen- bisher ist nichts mehr passiert.

Demos auf indonesisch

Tja, das "Krasseste" womit ich in der Richtung aufwarten konnte, waren die etwa halbjährlichen Nazidemos in Leipzig, bei denen etwa 200-300 Rechte von Hundertschaften von Polizisten vor Tausenden Gegendemonstranten beschützt werden müssen. Sogar Flaschen und Steine fliegen, und Wasserwerfer werde aufgefahren.
Nun, was hatte Aid dazu zu erzählen: Sein Bruder ist zusammen mit einem Freunde mal zu einer Demonstration gegangen, um mal ein bisschen zu schauen, was da so passiert. Der Freund wurde erschossen, Adis Bruder hat vermutlich was draus gelernt...

Bettler

Wir wurden, wie wir so am Strand saßen und erzählten, geraume Zeit von einem chinesischen Bettlersmann angehalten, ihm doch etwas Geld zu geben. Das ist hier ne etwas andere Klasse als in Deutschland- man wird auch schonmal angestupst, festgehalten, alle Verkrüppelungen oder Wunden werden einem vor die Nase gehalten usw. Aber man kommt eigentlich immer davon.
In Indonesien, so Adi, trifft man, wenn man Glück hat, auf wirklich schwer Verletzte/Verkrüppelte, die sich zum Geld schnorren aus den Krankenhäusern schleichen. Wenn man Pech hat trifft man auf solche, die einen auch schommal verprügeln, wenn man beispielsweise einem anderen ein Geldstück zusteckt, seine 30 Freunde aber unfairerweise ausspart...

Der Weraffe

In der Nähe des Hauses, in dem Adis Familie lebt, gibt es einen Fluss, an dessen Ufern sich über ca 100 Meter Länge ein Streifen Waldes entlangzieht.
Eines Tages fuhr Adi mit dem Bus nach Hause und sah beim Aussteigen, wie sich ein fast menschengroßes behaartes Vieh, an verschiedenen Bäumen langhangelnd in eben jenes Gebiet floh. Kurz darauf bemerkte er einen Menschenauflauf, ging hin und sah im Zentrum der Aufmerksamkeit einen große Blutfleck auf dem Gehsteig. Der in der Region rund um diese Baumgruppe ob seiner Größe und seines seltsamen Aussehens als "Mensch-Affe"/"Wer-Affe" bekannte Primat hatte an eben jenem Tag ein sehr kleines Kind totgebissen. Schaurig! Mich würde es da als Familienvater nicht lange halten.

Indonesischer Humor

Nun vielleicht eine etwas heiterere Geschichte, die recht anschaulich indonesischen Sinn für Humor dokumentiert:
Ein Bekannter Adis hat eine ganz besondere Passion: Das Bombenbauen! Er könne sogar Zeitzünder reinbastlen. Nun, wozu nutzt er diese Fähigkeit? Er installiert eine Bombe unter dem Tisch eines ihm verhassten Lehrers und versucht, ihn mit einer zeitgezündeten Explosion zu töten! Es ist ihm misslungen- ob der Lehrer verkrüppelt ist oder nicht, weiß Adi nicht.


Polizei

Indonesien gilt als eines der korruptesten Länder unserer Zeit. Mit Geld geht da alles, so Adi. Wenn man beispielsweise seinen Führerschein fix braucht und keine Zeit und Lust auf die (insgesamt ein-zwei Wochen dauernden) Fahrstunden und Prüfungen hat, dann bezahlt man einfach den doppelten Preis (ungerechnet dann 40 Euro) und hat den Lappen ohne all den Stress vorneweg.
Bei einem Freund Adis wurde mal die Wohnung aufgebrochen und leergeräumt. Er ging daraufhin zur Polizei. Damit aber die Polizei dort erstmal anfängt zu arbeiten, musste er ihnen zunächst etwas Geld zustecken... "für den Sprit, um zur Wohnung zu kommen und sich das anzuschauen". Es bedurfte aber noch zusätzlicher Startmotivation- ohne ein geschenktes Päckchen Zigaretten wäre es auch nie losgegangen. Man rufe sich nochmal in Erinnerung- wir sprechen hier von der Polizei, der Staatsgewalt!
Nun, die Polizisten sind dann schließlich zum Haus gefahren, haben festgestellt, es wurde eingebrochen und sind wieder gefahren. Die Sache wurde schließlich nach dem hehren Prinzip der Selbstjustiz geregelt. Ich habe mich nicht gewagt, nachzufragen, was genau das heißt.
Adi selbst hatte noch keine großen Probleme mit der indonesischen Polizei. Nur einmal hat ein Polizist ihn und einen Freund angehalten, weil ihr Moped nur einen Rückspiegel hatte (wie es ja völlig ausreicht, wenn ich mich nicht täusche). Weil sie grad nicht genug Geld dabei hatten, um den Polizisten zu bestechen, haben sie ihn halt zur Seite getreten und sind weiter gefahren.

Montag, 1. Oktober 2007

Semesterstart

Vor nunmehr einer Woche, am 24. September, hat nun tatsächlich die Uni angefangen. Der Ort hat trotz des etwas anderen Rahmens nichts von seinem Charme verloren muss ich vorneweg sagen!
Aber mir wurde inzwischen sehr häufig von Xiamen-Versierten angekündigt, dass es auf Dauer etwas langweilig hier wird... nunja, wir werden sehen!

Nun, das Studium...

In Xiamen gibt es erstaunlich viele Ausländer muss ich sagen- die unterschiedlichen Sprachkurse sind ihrem Niveau nach relativ fein gegliedert! Nun, der mir nach einer Einstufungsprüfung zugeteilte Haupt-Kurs scheint angemessen- das entsprechende Lehrbuch hält viel (bisher) viel Neues bereit, ohne allzu anstrengend zu lesen zu sein. Der Lehrer (王老师) dieses Haupt-Kurses ist im Übrigen die einzige Lehrkraft, die sich weigert, mich mit 黄瓜, also Gurke, anzusprechen- für ihn bin ich Fu-luo-li-an. Zersetzer! Die Lehrenden in den Fächern Hörverständnis, Lesen und Gesprochenes Chinesisch schmunzeln zwar nach wie vor dabei, aber rufen mich beim Namen. Ab und an denke ich hin und her: würde ich als Lehrkraft einer deutschen Uni einen chinesischen Kommilitonen namens Bischof Cocktailtomate auch so rufen? Vermutlich schon... vielleicht ist aber auch einfach das Beispiel ungünstig gewählt. Handelt es sich doch hier um ein Klerikales Kleinobst, statt meines Weltlichen Gemüses- oder ist auch die Gurke technisch gesehen eine Nuss? Wer kann das schon sagen...

Wie auch immer- die folgende, sogenannte "Goldene Woche" ist komplett frei- der chinesische Nationalfeiertag steht ins Haus- ich bin sehr gespannt, wie es hier aussieht, wenn ich bald ins Freie trete- Xiamen ist nicht nur unter Ausländern ein beliebtes Ausflugsziel...
Nun, unitechnisch muss ich erwähnen, dass die chinesischen Studenten für die "Goldene Woche" im Voraus büßen müssen: am Wochenende davor ist Uni. So hatte ich nicht nur erstmals in meinem Leben Sonnabends-Schule- schlimmer: ich konnte nicht zum allsonntäglichen Gottesdienst, weil ich schon früh um 8 im Klasenzimmer sitzen musste! Krishna vergib mir!

So, ein paar Fotos muss ich noch einstreuen: Jüngst hat sich ein Deutscher namens Kai, für einen Monat nach Deutschland verabschiedet und hat eine nette Abendveranstaltung geschmissen. Nun, damit ihr eine Vorstellung von chinesischen Preisen bekommt: Hier kann es sich ein deutscher Student leisten, 21 Leute in ein piekfeines Restaurant (wie auf den Bildern zu sehen) einzuladen und exzellent bewirten zu lassen- ich schätze, für umgerechnet 60, allerhöchstens 70 Euro. Das Gedeck, rechts zu sehen, bestand aus purem Gold, gebeleichtem Kirschbaumholz und Meißner Porzellan. Der Spieß ganz rechts (neben den beiden etwas dickeren Hölzern, die Essstäbchen sind) dient übrigens einzig und allein dem Zweck, Schnecken aus ihrem Gehäuse zu bekommen! Und wer Nerven hat, kann ihn im Anschluss auch als Zahnstocher benutzen...
Wie links zu sehen, handelte es sich bei den Geladenen größtenteils um Südkoreaner. Der leere Stuhl ist meiner- rechts und links daneben wird der geübte Beobachter und fleissige Blogleser alte Bekannte wieder entdecken (links meinen Mitbewohner, rechts die Indoneser vom Anfang). Der wild gestikulierend Stehende im blauen Hemd ist der Gastgeber.
Rechts sehen wir den geladenen Tisch und unten das Abendprogramm :)

Neben dem Preis der wesentlichste Unterschied zwischen westlichen und chinesischen Restaurants aber ist die Bedienung. Das Problem bei uns ist ja, dass es sich nach den vorherrschenden Verhaltensnormen nicht schickt, dort Aufmerksamkeit zu erregen, wo sich mehrere Menschen versammeln - was sich mit der Aufgabe beißt, den Kellner zu attrahieren! Sprich: man ist von dessen Laune abhängig! Daraus leitet sich Problem 2 ab: die vorherrschende Impertinenz der heimischen Ober.
Hier in China hingegen (auch wenn ich da noch etwas Hemmungen habe): LAUT 服务员 (Fuwuyuan) gebrüllt, dann steht quasi in der nächsten Sekunde jemand bei dir, ließt dir die Essenreste aus dem Bart und die Wünsche von den Augen ab.
Seht euch vor, deutsche Gastronomen und Kneipiers, wenn ich zurück komme, erwartet keine Gnade! Da wird solang "Fuwuyuan" gebrüllt, bis eine kommt!
Die Trinksitten hier sind auch besser als bei uns. Wenn irgendjemand 干杯 (Gan bei) brüllt, müssen alle ringsherum ihr Glas nehmen und in einem Zug austrinken. Rechts seht ihr Cai (Mitbewohner) und mich nach ca 15 Runden.
Naja, im Anschluss daran ging es an den Strand- ein bisschen trinken- und nach dem allabendlichen Kampf (siehe Video unten) ging es dann ins Bett.
So auch jetzt für euch, denn die Geschichte ist aus!

video